Gorillas und Zoos

Ich wurde am 3. April (wie auch Jane Goodall) 1970 in Hof an der Saale geboren. Hof ist eine kleine verschlafene Stadt im Norden von Bayern, deren "Filmtage" weltbekannt sind. Seit 2005 lebe ich in Nürnberg.

... im Zoo Antwerpen
... im Zoo Antwerpen

Meine Eltern besuchten mit meiner Schwester und mir regelmäßig Zoos und schon damals übten Gorillas eine besondere Faszination auf mich aus. Mitte der 80iger Jahre habe ich den deutschen Fanclub der Schauspielerin Sigourney Weaver gegründet, der sich Ende der 90iger Jahre auflöste. 

Dian Fossey kannte ich bereits als Kind. In einer meiner Lieblingssendungen im Kinderfernsehen "Im Reich der wilden Tiere" stellte sie "ihre Gorillas" und deren Bedrohung vor. Sigourney Weaver übernahm 1988 die Rolle der Dian Fossey im Film Gorillas im Nebel. Der Film war schon zu Lebzeiten Fossey's geplant, allerdings verstarb die Primatenforscherin 1985 aufgrund eines nie aufgeklärten Mordes. Nach den Dreharbeiten engagierte sich Sigourney Weaver im Tier- und Naturschutz. Noch heute ist sie Ehren-Vorsitzende des "Digit Funds" (wurde in "Dian Fossey Gorilla Fund" umbenannt) , den Dian Fossey noch zu Lebzeiten gegründet hat. Bis heute ist Sigourney Weaver meine Lieblingsschauspielerin.

Bei einem Zoobesuch im Herbst 2009 sah ich Gorilla REBECCA im Frankfurter Zoo als sie ein totes Baby bei sich trug. Ihr Partner VIATU, ein Silberrücken schien mit ihr zu trauern. Diese Szene berührte mich stark und führte dazu, das ich alle Gorillas in Deutschland besuchte. In Privatführungen informierte ich mich über das Verhalten der Gorillas im Zoo. Zudem besuch(t)e ich viele Vorträge über Gorillas, wobei es mir wichtig ist, alle Seiten beleuchtet kennenzulernen - auch die von Tierrechtlern und Tierschützern. 

... bei einer Tagung in der "Wilhelma" Stuttgart
... bei einer Tagung in der "Wilhelma" Stuttgart

Im Zuge meiner Reisen durch die Zoos habe ich mit dem Fotografieren begonnen. Besonders die Augen der faszinierenden Tiere haben es mir angetan. Unter Gorilla-Portraits ist der Fokus meistens auf sie gelegt. In meiner neuen Serie Animals on black porträtiere ich aber auch andere Tiere. Dazu wurde jedoch ein schwarzer Hintergrund gewählt, der anfangs eher zufällig durch Gegenlichtaufnahmen entstand. Seit etwa 2 Jahren fotografiere ich vermehrt mit einer Systemkamera, die mir eine größere Distanz zu den Tieren erlaubt. Meine Kameras sind: Nikon 5000, Nikon 7000 / Objektiv 28.0-300.0 mm f/3.5-5.6 und Nikon 1 mit dem NIKKOR VR 70-300mm f/4.5-5.6. In zahlreichen Büchern und Artikeln habe ich mich durch alles gelesen, was ich über Gorillas finden konnte. Dian Fossey ist für mich ein großes Vorbild bei meinen Recherchen.

AMAHORO / Zoo Antwerpen / © Heike Arranz Rodriguez
AMAHORO / Zoo Antwerpen / © Heike Arranz Rodriguez

Nicht immer sah ich "schöne Fotos" oder las Gutes über Zoos bei meinen Recherchen. Aus diesem Grund gibt es die Facebook-Seite Zookritik. Viele Tiere gehören "meiner Meinung" nicht in einen Zoo, so zum Beispiel Orcas, Delfine oder Wale. Als Zoo-Fotograf sollte man nicht nur die schönen Seiten eines Zoos zeigen, sondern sich auch mit den negativen Seiten oder Bilder auseinandersetzen.

Gorilla FRITZ / © Heike Arranz Rodriguez
Gorilla FRITZ / © Heike Arranz Rodriguez

Allerdings stellte ich praktisch vor der Tür - im Nürnberger Tiergarten fest, dass sich Gorillas im Zoo massiv von ihren Verwandten in der Natur unterscheiden. Auch der Spruch von Dian Fossey geprägt:

"Je mehr ich über die Würde eines Gorillas lerne, umso mehr möchte ich den Menschen aus dem Weg gehen" hat für mich viel Wahres. Viele Zoobesucher respektieren die Tiere nicht und überschreiten tagtäglich Grenzen.
Eine besondere Freundschaft verband mich mit den drei in der Natur geborenen Gorillas im Nürnberger Tiergarten, die im Zentrum meiner Langzeitstudien standen.

Im August 2018 starb FRITZ und im November folgte ihm BIANKA. Die Trauer über diesen Verlust ist immer noch stark. 

Aufgrund einer schweren Erkrankung 2015, konnte ich in den letzten drei Jahren nicht mehr so oft in den Zoos unterwegs sein. Nach einer längeren "gesundheitlichen Schaffenspause" soll sich dies im Jahr 2019 wieder ändern, wobei die Tier-Fotografie und Verhaltensforschung von Gorillas und Mensch im Zoo im Vordergrund stehen wird. 


Heike Arranz Rodriguez