Zookritik Delfine

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie solche Choreografien einstudiert werden? - Delfinarien brüsten sich mit waghalsigen Sprüngen. Die Tiere werden teils mit Schlägen oder Futterentzug dazu gebracht die Kunststücke so auszuführen, das sie für das menschliche Auge schön aussehen. 

Im Meer springen Delfine weit und nicht hoch. In den Delfinarien werden Seile gespannt, über die die Tiere springen. Die Verletzungsgefahr für die Tiere wird dabei scheinbar mit einkalkuliert. 

 

Viele Kunststücke sind sinnlos. Diesem Delfin im Duisburger Zoo werden die Augen zugeklebt und er muss "wie ein Hund" Dinge apportieren. Durch die jahrelange Haltung in chloriertem Wasser haben die Tiere Schädigungen der Augen und sind oft blind.

Auf der einen Seite plädiert der Tiergarten Nürnberg weniger Plastik im Alltag zu verwenden. Anstatt geeignetes Spielzeug wird diesem Delfin eine Plastikflasche zugeworfen. Leider landen auch immer wieder gefährliche Gegenstände in die Becken. Dieser Delfin könnte das Becken wenigstens säubern, allerdings kann er keine Münzen oder Schmuck aus dem Becken fischen. 

Vor allem in den Anfangszeiten der Delfinarien kamen viele Delfine ums Leben, weil sie Gegenstände verschluckt haben, die Besucher in die Becken warfen. Zum Glück setzt man nun aber Aufsichtspersonal ein, die dies verhindern. 

Gegen die Langweile außerhalb "der Shows" gibt es Plastikbälle und Bojen. 

 

Da die Tiere jahrelang mit toten Fisch ernährt werden, funktionieren die Nieren nicht mehr richtig. Ihnen wird täglich ein Schlauch zum spülen eingeführt. 

Vor allem, die im Meer geborenen Tiere wurden bei der Nahrungsverweigerung von totem Fisch auf ähnliche Weise "zwangsweise ernährt". 

 

 

 

Bei sogenannten "Begegnungen mit den Tieren" dürfen Zoobesucher die Tiere "streicheln". Respekt vor dem Tier gibt es dabei nicht. Viele berühren auch das empfindliche "Nasenloch". 

 Dadurch das die Tiere sehr eng zusammenleben kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Tieren.

Im Tiergarten Nürnberg musste eine Delfinmutter über einen längeren Zeitraum mit Psychopharmaka behandelt werden. Das Jungtier nahm die Medikamente mit der Muttermilch auf. 

 

Die Haltung von Delfinen ist kein Erfolgsprojekt. Wesentlich mehr Tiere starben in jungen Jahren, als dass sie ein hohes Alter erreichten. 

Zudem hielt man auch Flussdelfine oder Vaquitas in Delfinarien. Beide Haltungen sind gescheitert. In der Natur sind beide Delfinarten inzwischen "vom Aussterben bedroht". 


Fotos/Text: Heike Arranz Rodriguez