Dian Fossey

Noch heute ist Dian Fossey präsent. Für die einen ist sie die selbstlose Retterin der Berggorillas. Andere Menschen beschreiben sie als unbeherrschte und verbitterte Frau. 

Die Einheimischen im ruandischen Teil der Virunga-Berge nannten sie „„Nyiramacibili“ – die „Frau, die alleine in den Wäldern lebt“.

 

"Ich hatte den tiefempfundenen Wunsch, gemeinsam mit wilden Tieren in einer Welt zu leben, die von den Menschen noch nicht kaputtgemacht worden war. Ich wollte die Zeit nach rückwärts überspringen." Deshalb warf sie 1966 in Amerika spontan alles hin und zog nach Zentralafrika.

Sie bewarb sich bei dem berühmten Paläoanthropologen Louis Leakey um eine Stelle – und hatte Glück. Schon 1967 gründete sie in Ruanda die Forschungsstation Karisoke. „Ich konnte nicht wissen, dass ich mit dem Aufstellen von zwei Zelten in der Wildnis der Virungas die Grundlage dafür gelegt hatte, was eine international renommierte Forschungsstation werden sollte“, schrieb sie später.

 

Für Fossey waren die Gorillas aber nicht nur Inhalt ihrer wissenschaftlichen Arbeit, sie wurden zu ihrem Lebensinhalt. Der Verlust von Tieren durch Wilderer erschütterte Fossey persönlich. Sie trauerte um tote Gorillas wie um Familienmitglieder.

Je mehr Gorillas sie verlor durch Wilderei, desto rigoroser war ihr Umgang mit den Menschen in ihrer Umgebung. Wissenschaftler warfen ihr zunehmenden Fanatismus vor. Ihre Stiftung beruft sich auf „aktivem Artenschutz“, eine Methode die nicht sehr beliebt war. Am liebsten hätte sie alle Touristen aus dem Land gejagt, doch ihr wurde klar das man nur mit „sanftem Tourismus“ und Vermarktung, zum Beispiel durch einen Hollywoodfilm, die wenigen Berggorillas noch retten konnte.

 

Am 2. Weihnachtsfeiertag 1985 fand man sie tot in ihrem abgeschiedenen Haus, in dem sie 18 Jahre ihres Lebens als ihr „Zuhause bei den Berggorillas“ betrachtete. Brutal niedergemetzelt mit einer Machete. Ihr Haus verwüstet.

 

Eine Schülerin Fosseys, Kelly Stewart , sagte einmal, der Tod der Wissenschaftlerin sei ein „perfektes Ende“ gewesen. „Sie sah sich selbst als eine Kriegerin, die hinausging, um den Feind zu konfrontieren. Sie hat immer über eine letzte Begegnung fantasiert.“ Auf eigenen Wunsch wurde sie hinter ihrer Hütte in Karisoke neben den Gräbern der von ihr geliebten Gorillas begraben.

 

Ihr letzter Eintrag im Tagebuch lautet:

 

"Wenn man den Wert des Lebens erkennt,

verweilt man weniger in der Vergangenheit

und konzentriert sich mehr auf die Bewahrung der Zukunft"

 



Text:

© Heike Arranz Rodriguez