Gorillas in Zoos -                                Deutschland, Österreich und Schweiz

FATOU / Berliner Zoo
FATOU / Berliner Zoo

In Deutschland leben derzeit um die 100 Gorillas in 15 Städten.

In Österreich gibt es eine Gruppe mit 3 männlichen Tieren.

In der Schweiz gibt es 2 Gruppen mit insgesamt 14 Tieren. 

 

Bei allen Tieren handelt es sich ausschließlich um den Westlichen Flachlandgorilla.

Alle aufgelisteten Zoos nehmen aktiv am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teil.

 

Mit Gorilla FATOU lebt in Deutschland einer der ältesten Gorillas der Welt.

Sie feierte im April 2018 ihren 61. Geburtstag. 

 

Silberrücken MASSA im Krefelder Zoo ist mit 46 Jahren der älteste männliche Gorilla in Deutschland. Männliche Tiere können jedoch in den Zoos auch gut über 50 Jahre alt werden. 

 

Folgende Gorillas in Afrika geboren, leben derzeit in deutschsprachigen Zoos: 

FATOU - Berliner Zoo

LENA - Tiergarten Nürnberg

KATHRIN - Erlebniszoo Hannover 

MASSA - Krefelder Zoo

BOMA - Krefelder Zoo

TUMBA - Krefelder Zoo

BEBE FRANCE - Rostocker Zoo

MIMI - "Wilhelma" Stuttgart

UNDI - "Wilhelma" Stuttgart

"Artgerecht ist nur die Freiheit/Natur" ist in meinen Augen eine Floskel von Tierrechtlern. Würden wir die 100 Gorillas in deutschen Zoos in irgendwelche Regenwälder verfrachten, stände ihnen ein qualvoller Tod bevor. Sie können keine Pflanzen unterscheiden und würden die Nähe von Menschen suchen.

 

Ich bin der Ansicht, dass man Gorillas in Zoos und in der Natur strickt trennen sollte, da sie vom Verhalten  kaum noch etwas gemeinsam haben. Sie haben ganz andere Prioritäten, sind anderen Gefahren ausgesetzt oder Situationen. Beide haben jedoch einen gemeinsamen Freund als auch Feind und das sind wir Menschen. 

 

Was wir aber unbedingt tun sollten ist Gorillas "artgerecht" zu halten, damit sie ihre Persönlichkeit ausleben können. Dazu zählt in den Zoos ein "artgerechter Lebensraum". Darunter verstehe ich zum Beispiel ein Innengehege mit Naturboden, Nischen zum Verstecken vor den Blicken der Zoobesucher, Klettermöglichkeiten, das Auslegen mit Holzwolle, ... 

 

Absolut selbstverständlich ist ein Außengehege. Gras unter den Füßen und frische Luft ist für mich ein "Grundrecht von Gorillas in Zoos". Inzwischen hat bis auf die Krefelder Seniorengruppe (MASSA, TUMBA und BOMA) jeder Zoo in Deutschland eine Außenanlage. 

MAKULA / Gaia Zoo Kerkrade (Niederlande) / © Heike Arranz Rodriguez
MAKULA / Gaia Zoo Kerkrade (Niederlande) / © Heike Arranz Rodriguez

Leider vergisst man neben den putzigen Gorillanachwuchs oder den imposanten Silberrücken die Gorilladamen. Dabei sind es gerade sie, die alle Fäden in der Hand haben. Von Ihnen geht das Signal der Paarungsbereitschaft aus. Gorilladamen können es einem Silberrücken sehr schwer machen. Er muss sich deren Gunst sozusagen erst erarbeiten. Gerade in Zoos kommt es immer wieder vor, dass ein Silberrücken den Zoo wieder verlassen muss, da ihm gewisse Damen zu sehr zusetzten. 

 

Eifersucht ist unter den Damen durchaus verbreitet. Schließlich gilt es auch für sie, die Stellung innerhalb einer Gruppe zu wahren. Da besonders viele Gorillas in den 70iger bis 90iger Jahren und auch heute noch mit der Hand aufgezogen wurden, haben sie es nicht gelernt mit Dominanz durch einen Silberrücken umzugehen. 

 

In den Zoos kommt es zudem häufig zu Totgeburten. Was vielen nicht bewusst ist, Gorillafrauen trauern bei Verlust ihres Kindes. Die toten Babys werden meistens einige Tage noch herumgetragen, ehe es abgelegt wird. Einige Gorillafrauen erschrecken sich beim Anblick von Nachwuchs und wissen nicht wie man es versorgt. 

Die größte Herausforderung deutscher Zoos wird es in Zukunft sein, den männlichen Nachwuchs unterzubringen. Mit etwa 8 bis 10 Jahren (früher als in der Natur) verfärbt sich der Rücken eines männlichen Tieres in einen Silberrücken. Da aber nur ein "Silberrücken" in der Gruppe bei beengtem Lebensraum im Zoo "eine Familie" anführen kann, müssen die Heranwachsenden den Zoo verlassen. Bereits in den 90iger Jahren entstand so die sogenannte "Bachelor-Gruppe" auf Teneriffa/Spanien. Auch im Zoo Schmiding in Österreich fasste man männlichen Nachwuchs aus Hannover und München zusammen. In englischen wie auch französischen Zoos leben ausgewachsene männliche Tiere bereits zusammen. In Deutschland gibt es bisher keine Gruppe mit ausschließlich männlichen Tieren. 

WAZUNGU, AWEMBE, KISUMU und MAWINGO / Zoo Schmiding (Österreich) / © Heike Arranz Rodriguez
WAZUNGU, AWEMBE, KISUMU und MAWINGO / Zoo Schmiding (Österreich) / © Heike Arranz Rodriguez

 Fotos/Text: Heike Arranz Rodriguez