Zookritik Raubtiere

Während wilde Raubkatzen vor allem in der Nacht auf die Jagd gehen, verbringen die meisten Raubkatzen im Zoo die Nacht in Innengehegen die nicht viel größer sind als sie selbst. 

 

Kommt es zu Nachwuchs, so gibt es kein 2. Außengehege und gerade männliche Tiere bleiben dann auch schon mal tagsüber "eingesperrt".

 

Um immer wieder Jungtiere präsentieren zu können, werden ältere Tiere "hinter den Kulissen gehalten".  Das erhöht das Risiko von Unfällen. 2016 biss ein Tiger in Leipzig einen anderen Tiger tot. Offenbar wurde eine Gehege-Verbindung versehentlich geöffnet.


Absolut fahrlässig für Tierpfleger wird es, wenn sich Nachwuchs einstellt. Dann müssen männliche Tiere oft im Wechsel mit der Mutter und ihren Jungen Innengehege und Außengehege teilen. Für die Raubkatzen-Tierpfleger bedeutet dies, das die Gefahr zunimmt.

2012 wird dies einer Tierpflegerin in Kölner Zoo zum Verhängnis. Ein Schieber war nicht zu und der Tiger griff seine Pflegerin an. Der Vorfall kostete ein Menschenleben und Tiger ALTAI (Foto) wurde erschossen. Gegenüber der Presse behauptete man später, dass die Tierpflegerin einen Fehler gemacht hat.

 

Löwen, die sich eigentlich total mögen verletzen sich immer wieder während der Paarungszeit. 


Besonders Leoparden haben sehr kleine Gehege. Auch mit diesen edlen Tieren gab es schon Todesfälle bei Tierpflegern. Leoparden und auch Jaguare gelten als sehr aggressiv, so dass viele Zoos diese Tiere nicht mehr im Bestand haben. 2017 biss ein Leopard einen Tierpfleger im Zoo Chemnitz in den Kopf. Schon 2006 hatte das gleiche Tier eine Tierpflegerin getötet.  


Die Zucht von "weißen Tieren" ist in vielen Zoos noch immer verbreitet. Das Risiko mit einer Behinderung zur Welt zu kommen ist extrem hoch. Zudem werden diese Tiere nicht sehr alt.

Weiße Tiere sind zudem in keinem Zuchtbuch zusammengefasst. Aus diesem Grunde sind erwachsene Tiere "frei verkäuflich" und landen nicht selten in Asien als Haustiere oder im Circus. 

 

Während in der Natur weiße Tiere sehr selten vorkommen, so sind sie in vielen Zoos die Regel. 

Absoluter Höhepunkt stellt die Zucht von Liger oder sonstigen Hybridraubkatzen. Die Entstehung von Ligern wurde planmäßig durchgeführt, um Attraktionen zu gewinnen. So züchtete Carl Hagenbeck mehrere Großkatzenhybride. 

 


 

Löwen leben normalerweise in Rudeln. In den meisten Zoos lebt aber nur ein Zuchtpaar. 

Erwachsene Jungtiere werden "überzählig". 2017 wurden 9 junge Löwen getötet in Dänemark. Nicht die Ersten wie bekannt wurde. 


Der Panther ist ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, das zwischen 1902 und 1903 entstand. In drei Strophen wird ein hinter Gitterstäben gefangener Panther beschrieben, wie sie in der Menagerie im Pariser Jardin des Plantes ausgestellt wurden. 

 

In beiden Berliner Zoos und auch in vielen anderen Tierparks scheint die Zeit still zu stehen. 

Raubtiere leben dort in sehr kargen Gehegen aneinandergereiht.

Im Zoo Aschersleben lebt eine weiße Tigerin und ihr Partner, ein Königstiger in einem ausrangierten Raubkatzencontainer des Leipziger Zoos aus den 60iger Jahren. Seit Jahren wird Geld für ein größeres Gehege gesammelt. 

 

 

Tigerin im Chemnitzer Zoo 


 

Manche Tiere haben große Angst vor so manchem Tierpfleger. Sollte eine Katze nicht nach ihren Vorstellungen agieren, so setzt man auf "waterbording". Die Tiere werden "mit dem Wasserschlauch bearbeitet". 

Viele Raubkatzen wurden "künstlich befruchtet". Dabei wird der weiblichen Katze ein Stück Metall eingeführt. 

 


Sehr beliebt bei den Zoos ist es für größere Gehege zu werben. Die Umbauarbeiten werden über Jahre hinausgezögert. Vor allem wenn noch alte, nicht mehr zur Zucht fähige Tiere in den Gehegen leben. Im Heidelberger Zoo wurde jahrelang angekündigt ein neues Gehege zu bauen. Doch der erste Spatenstich wurde erst gemacht nachdem alle alten Tiere verstorben sind. 


Von wegen opulentes Mahl für den König der Tiere. Vor allem kleinere Zoos haben Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Futter. 

Viele Zoos töten deshalb völlig gesunde Tiere aus dem eigenem Bestand. Für Raubkatzenfutter sterben Affen, seltene Antilopen, Zebras und sogar Giraffen. 


Schneeleoparden können bis zu 16 Meter weit springen, Geparden bis zu 120 km/h beschleunigen. All das steht an den Gehegen. Löwen leben in Rudeln. Wenn man genau hinsieht, so können Raubkatzen gar nicht "ihrer Art gerecht" agieren.

Der Tiergarten Nürnberg hielt einen Schneeleoparden ein Jahr lang auf 3 x 5 m. 


 

Tigerin im Chemnitzer Zoo lebte über Jahre hinweg in einem kleinen Käfig von etwa 2 auf 5 m Länge. Ihr Fell war "verfilzt". Scheinbar war sie nicht mehr in der Lage ihr Fell selbst sauber zu halten.

 

Schneeleopard im Leipziger Zoo, bevor die Anlage ausgebaut wurde. Die Tiere lebten in extrem kleinen Gitterkäfigen, die durch einen Gittertunnel mit etwa 1 m Durchmesser verbunden waren. 


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 © Heike Arranz Rodriguez