Verhaltensforschung von Gorillas im Zoo


 

Die Verhaltensforschung von Tieren umfasst ein weites Spektrum und man begibt sich oft auf "dünnen Eis".

Vor allem weigern sich die meisten Wissenschaftler, Zoologen, Biologen und Psychologen Tieren eine gewisse "Psyche" anzuerkennen. Die Wissenschaft vom Erleben, Verhalten und Bewusstsein des Menschen (seiner Psyche) sei Einzigartig. Bei Tieren könne nur Verhalten beobachtet werden. 

 

Dieser Meinung bin ich nicht. Im Laufe der letzten 10 Jahre habe ich die Gorillas sehr genau beobachtet und dabei festgestellt, dass jedes Tier eine eigene Persönlichkeit hat. Gorillas können lachen und trauern. Es gibt Eifersucht und "die Liebe auf den ersten Blick".

 

Aber bevor ich in die Tiefe gehe, sehen wir uns erst einmal das einfache Verhalten an und deuten es: 


Nase bohren

... dient der Entspannung


Finger lutschen

Wurde vermutlich von Menschenkindern abgeschaut und dient dazu Spannung abzubauen.


Haare raufen

Die Hierarchie in der Gruppe ist nicht geklärt. 

Sei es in der Beziehung zu Zoobesuchern oder aber in der Gruppe gibt es Spannungen. Diese Spannung wird mit "Haare raufen" kompensiert. Manche Zoobesucher meinen, eine ganz besondere Beziehung zu einem Gorilla zu haben. Sie sind Stammbesucher, die fast täglich den Zoo besuchen. Diese Besucher überschreiten täglich Grenzen, in der sich der Gorilla unwohl fühlt. Zum Beispiel das "Küsschen geben" an der Glasscheibe oder das laute Rufen beim Betreten des Affenhauses. 


Essen des eigenen Kots

Es ist völlig unbedenklich, da der Kot eines Gorillas im Zoo noch immer viele Nährstoffe enthält. In der Natur wird dieses Verhalten deshalb kaum oder gar nicht beobachtet. Wurzeln, Kräuter, Blätter und Rinde - wie sie Gorillas in der Natur fressen, sind im Zoo selten anzutreffen. Lange Zeit nahm man an, dass sich die Gorillas nicht wohl fühlen und deshalb ihren Kot aufnehmen. Tatsächlich ist es aber mit einer richtigen und ausgewogenen Ernährung sehr schnell in den Griff zu bekommen. Manche Zoos verfüttern gekochtes Fleisch oder tierisches Eiweiß und haben damit viel Erfolg. Bei einer solchen Ernährung, wird tatsächlich kaum das Aufnehmen des eigenen Kots beobachtet. 


Werfen mit Grasbüscheln oder Kot oder auch gegen Scheiben springen

Einige Gorillas fühlen sich durch ein bestimmtes Aussehen eines Zoobesuchers oder Verhalten gereizt. Nur wenige Gorillas lassen es zu, wenn man ihnen längere Zeit in die Augen sieht oder sie an der Scheibe verfolgt. Eine ziemlich eindeutige Geste und sie heißt "nimm Abstand". 


Aufrechter Gang

Vor Kurzem kam die These auf, dass sich manche Gorillas nicht die Hände schmutzig machen wollen nach der Nahrungsaufnahme und deshalb auf zwei Beinen gehen. Tatsächlich ist das "Aufrecht gehen" häufig bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln zu beobachten. 


Gorillas und Wasser

Vor allem bei heißen Temperaturen lieben es Gorillas mit Wasser zu spielen. Gefährlich sind Wassergräben für die Tiere. Aus diesem Grund sind sie meistens gut gesichert. Gorillas können auch schwimmen, wenn es ihnen gezeigt wird. Regen geht man dagegen eher aus dem Weg und "stellt sich unter".


Text/Photos: Heike Arranz Rodriguez