© Photo: Heike Arranz Rodriguez *
© Photo: Heike Arranz Rodriguez *

Zoo-Sendungen gibt es im TV wie Sand am Meer. Keine Gelegenheit wird ausgelassen den tierischen Nachwuchs in den Medien vorzustellen. Selbstverständlichkeiten im Umgang mit Tieren werden hervorgehoben. Natürlich möchte man "mit dieser Werbung" Besucher in die Zoos locken.

 

Einen Einblick über die negativen Seiten eines Zoos erhält man in den Medien dagegen eher selten oder nur am Rande. Wer über die nicht so schönen Dinge in und aus den Zoos informiert werden will, muss sich schon bei PETA & Co. durchlesen.

 

Ich bin weder ein Gegner noch ein Fan von Zoos. Bei meinen Zoobesuchen hatte ich viele schöne Begegnungen mit Tieren. Allerdings stimmten mich einige Bilder und Situationen traurig und ich habe versucht mehr darüber zu erfahren. Wie man sich sicher vorstellen kann, stießen meine Recherchen auf wenig Begeisterung. Kommentiert man Zoos gegenüber negativ, dann dauert es nicht lange bis man "blockiert wird" oder "persönliche Anfeindungen" auftauchen.

 

Die Fronten zwischen Tierrechtlern und Zoos bzw. Zoofans sind besonders verhärtet. In Kommentaren auf Facebook & Co. schenkt man sich gegenseitig nichts. Sogar Bagatellen werden vor Gericht ausgetragen. Meistens geht es da schon gar nicht mehr um die Tiere.

 

Das ich Zoos besuche stieß/stößt wiederum bei Tierrechtsorganisationen und ihren Anhängern auf Unverständnis. "Artgerecht sei nur die Freiheit". Mit dieser Floskel der Tierrechtsbewegung kann ich kaum etwas anfangen.

Menschenaffe, Raubtier, Eisbär, Elefant, Nashorn und viele andere Zootiere können nicht mehr "ausgewildert werden". Allerdings muss den Tieren in einem Zoo ein geeigneter, ausreichend großer Lebensraum bereit gestellt werden, der sich wenig von der Natur unterscheidet. Dazu wurde auch ein Säugetiergutachten in Auftrag gegeben. Leider "dümpeln" aber viel zu viele Tiere in den Zoos in winzigen Gehegen oder Betonanlagen, die wenig Abwechslung für die Tiere bieten.

Auf meiner Facebook-Seite "Zookritik" greife ich aktuelle Nachrichten und Artikel über Zoos auf.

 

Seit 10 Jahren fotografiere ich nun Tiere in Zoos. Anfangs zeigte auch ich nur "die schönen Seiten", war fixiert auf Tierbabys oder gab mich mit den Erklärungen der Zoos bezüglich Kritik zufrieden. Aber man "entwickelt sich eben weiter" und so sehe ich mich inzwischen in der Verantwortung auch die nicht so schönen Dinge in einem Zoo zu zeigen.

 

Da das Artensterben von Tieren rasant in den letzten Jahren zugenommen hat, habe ich mir auch die Bemühungen der Zoos diesbezüglich genauer angesehen. Es gibt durchaus sehr lobenswerte Projekte, doch meistens bleibt es leider bei Bemühungen. Sind wir einmal ehrlich, Beton ist keine Werbung für das Meer oder den Regenwald. Richtig sauer werde ich, wenn Zoos "Geschäfte machen" auf den Rücken ihrer Zootiere und man keine Verbesserungen der Lebensumstände für die Tiere anstrebt.

 

Da ich in einem Land lebe, in dem es in jeder größeren Stadt einen Zoo gibt, habe ich mir vorgenommen einfach "vor meiner Haustüre zu kehren". Wenn keine geeigneten Lebensräume in einem Zoo für Tierarten geschaffen werden können, sollte man durch Zuchtstopp die Haltung auslaufen lassen. Diesbezüglich gehe ich mit den Tierschützern konform. Zudem sollten die Zoos ihren Bildungsauftrag ernster nehmen. Viele Zoobesucher tendieren dahin, dass es Wildtiere in einem Zoo besser haben als in der Natur.

 

Viele Tiere im Zoo verhalten sich nicht so wie ihre Artgenossen in der Natur, da sie überhaupt nicht die Möglichkeiten dazu haben. Tiere sehe ich mir inzwischen am liebsten "wild" im Kino oder TV an. Ganz ehrlich, ein Löwe in Afrika hat etwas majestätisches, aber in einem Zoo?

 

Wir Menschen haben schon viele Tiere "domestiziert". Diese Tiere züchten wir inzwischen völlig "außer Kontrolle".

Wozu hat diese Erde Ozeane, einen Himmel, Wälder, Wüsten und Berge?

Bestimmt nicht deshalb, dass wir Menschen dies alles zerstören!

Das Alles ist Lebensraum für Mensch und Tier!

 

Heike Arranz Rodriguez


Gorillas

... müssen mit Psychopharmaka behandelt werden


Raubtiere

... landen letztendlich doch in China 


Delfine

... bekommen einen Schlauch eingeführt 



Affen

... leben in viel zu kleinen Gehegen ohne Bäume


Eisbären

... zeigen stereotype Verhaltensweisen 


Primaten

... leiden unter Langeweile 



Elefanten

... werden zu "Problemtieren" 


Vögel & Wasservögel

... müssen nicht fliegen können 


Orcas

... greifen Menschen lebens-gefährlich an 



Flusspferde

... liegen in Beton-Pools 


Zebras

... landen in der Tiefkühltruhe 


Giraffen

... fürchten um ihr Leben 



Braunbären

... langweilen sich "zu Tode" 

Papageien

... dürfen nicht fliegen 

Flamingos

... leben nicht nur am Boden 



Texte/Photos: Heike Arranz Rodriguez